„Achtung! Sie betreten wilden Lebensraum“

Achtung-Sie-betreten-1Bildquelle: Klaus Reitmeier / Piclease

BJV fordert Naturnutzer auf, sich rücksichtsvoll in der Natur zu bewegen

Es ist Schwammerlzeit in Bayern. Viele begeisterte Pilzsucher zieht es mit Körben und Taschen in Bayerns Wälder, auf der Jagd nach Beute: den „Schwammerln“. Der Bayerische Jagdverband (BJV) appelliert an alle Naturnutzer, sich in der „Wohnstube der Wildtiere“ umsichtig und rücksichtsvoll zu verhalten.

Hinweise zum Schutz der Wildtiere
Der Bayerische Jagdverband fordert alle Pilzsammler auf, Hinweise zum Schutz der Wildtiere zu beachten:
• Nicht in der Dämmerung suchen!
• Möglichst am Waldrand oder Wegrand suchen, nicht ins dichte Unterholz kriechen und Einstände des Wildes meiden!
• In normaler Lautstärke miteinander reden: das Wild kann die nahende Gefahr somit frühzeitig wahrnehmen und sich zurückziehen; es wird nicht unerwartet aufgeschreckt!
• Pilze richtig und nachhaltig ernten: das Myzelgeflecht darf nicht beschädigt werden, daher stets Pilze abschneiden, nicht ausrupfen!
• Nur mitnehmen, was verzehrt wird: Das Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) besagt, dass jeder wild lebende Pilze pfleglich entnehmen und sich aneignen darf. In geringen Mengen zum eigenen Verbrauch.
• Hunde nicht unkontrolliert laufen lassen: Hunde müssen stets unter dem direkten Einfluss seines Herrchens stehen. Hinweise zum richtigen Verhalten mit dem Vierbeiner in der Natur finden Sie in unserem BJV-Flyer „Mit dem Hund in der Natur“. (http://www.jagd-bayern.de/uploads/media/hundeflyer.pdf)

Wald ist Lebensraum für zahlreiche Wildtiere
„Der Wald ist nicht nur ein beliebter Naherholungsort für viele Naturnutzer, sondern auch Lebensraum zahlreicher Wildtiere. Wer sich im Wald bewegt, sollte sich stets wie ein „Gast“ in der Wohnstube von Reh, Hase, Wildschwein und Co. verhalten“, so der BJV-Präsident Prof. Dr. Jürgen Vocke. Grundsätzlich gilt: Auf den Wegen bleiben, keinen Müll hinterlassen und die Wildtiere nicht unnötig beunruhigen.

Natürliches Fluchtverhalten – Gefahr der Wildunfälle
Auf der Suche nach den besten Pilzen verirren sich Pilzsammler nicht selten in dichtes Unterholz und durchqueren dadurch die Rückzugsorte, die sogenannten Einstände, der Wildtiere. Diese weisen in den meisten Fällen ein natürliches Fluchtverhalten auf, was dazu führen kann, dass aufgeschreckte Rehe oder Wildschweine plötzlich – gerade in Waldstücken – Straßen überqueren und sich vermehrt Wildunfälle ereignen. Dabei geschieht dies oftmals für den Pilzsammler völlig unbemerkt.

Beunruhigung erzeugt unnötigen Stress: Hunde nicht unkontrolliert laufen lassen!
Zudem verursachen Beunruhigungen jeglicher Art für Wildtiere enormen Stress. In den heißen Sommermonaten suchen Wildtiere ruhige und schattige Orte auf. In diesen sogenannten Wildruhezonen fahren sie ihren Stoffwechsel herunter und reduzieren ihre Bewegungen auf das nötigste. Nahrung nehmen sie größtenteils in den frühen Morgen- und späten Abendstunden auf. Jede Beunruhigung erzeugt unnötigen Stress und zwingt sie diesen zu verlassen. Daher ist es unbedingt notwendig, Hunde nicht unkontrolliert laufen zu lassen. Ein Hund muss stets unter dem direkten Einfluss seines Herrchens stehen. Im Wald gilt zudem die Bitte, die Vierbeiner anzuleinen.