Leonhardiritt Lauingen

am Namenstag des Hl. Leonhard Sonntag, 6. November 2016

Leonhardiritt-Lauingen

Wenn die Tage immer kürzer werden und sich mit Nebel verhangen zeigen, dann freut man sich über einige Farbpunkte im grauen Alltag. So ist es eine schöne Tradition,  rund um den Namenstag des hl. Leonhard, die Pferde zu schmücken und im Zuge der farbenprächtigen Leonhardriritte den Segen Gottes zu erbeten. So auch in Lauingen. Hier gehört der Leonhardiritt seit über acht Jahrzehnten zu den festen Größen im alljährlichen Lauinger  Veranstaltungskalender und wird vom Lauinger Leonhardi-Reit-u. Fahrverein ausgerichtet.
In diesem Jahr mal wieder am Namenstag, den Hl. Leonhard am Sonntag, den  6. November 2016. Der Festtag zu Ehren des hl. Leonhard, wird mit einem Festgottesdienst in unserer wunderschönen, nahe der Donau gelegenen Leonhardikirche, eröffnet. Der Gottesdienst beginnt um 10.00 Uhr und wird von Stadtpfarrer Herrn Raffaele De Blasi zelebriert. Die musikalische Umrahmung hat auch in diesem Jahr die Stadtkapelle Lauingen unter Leitung von Ingrid Philipp übernommen.
Die Leonhardiverehrung in Lauingen, die sich der Verein in erster Linie zum Anliegen gemacht hat, geht weit in die frühe Zeit unserer Stadt zurück. Dem heiligen Leonhard wurde schon um 1446 in der Spitalkirche ein eigener Altar geweiht. Dem noch vorhandenen Mirakelbuch der Leonhardikirche ist zu entnehmen, dass um 1483 bereits die erste Leonhardikapelle auf dem Platz der jetzigen Kirche erbaut wurde. Seitdem verehren die Lauinger diesen Heiligen als ihren besonderen Schutzpatron. Sie sahen in St. Leonhard einen gewaltigen Fürbitter in ihren Nöten, und in allen Jahrhunderten kamen Wallfahrer mit ihren Anliegen in die Leonhardikirche und brachten Opfergaben mit. Nach dem dreißigjährigen Krieg , spätestens mit der Erneuerung der Kirche um 1730,  wurde der Leonhardiritt in unserer Stadt eingeführt. Aus dieser Zeit stammen auch die ersten Votivtafeln, die beweisen, dass St. Leonhard damals zum Viehpatron erkoren wurde und besonders den Reitern Fürsprecher und Helfer war. So um 1827 wurde das Umreiten am Leonhardstag durch staatliche Anordnung verboten. Erst über 100 Jahre später, hat sich, nach ersten Anfängen  im Jahr 1929, der Verein im Jahr 1932 mit einer Standarte, gestiftet vom damaligen Handels-und Gewerbeverein  (heutige Wirtschaftsvereinigung ) zur Aufgabe gemacht, jährlich einen Leonhardiritt durchzuführen.
Der Lauinger Leonhardiritt darf sich somit eine der ältesten , weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannte Traditionsveranstaltung nennen.
Bei einem Leonhardiritt reiten viele unterschiedliche Teilnehmer mit. Ob Westernreiter oder elegante Reiter in englischem Reitstil, ob in Tracht oder historisch gewandet, ob mit einem stolzen Friesen oder einem kleinen Pony oder Eselchen. Die Freude am Tier ist bei allen gleich. So erwarten wir neben überaus zahlreichen Besuchern  inzwischen  alljährlich eine stattliche Zahl Reiter und Fahrer der umliegenden, aber auch weit entfernten Reitvereine. Viele festlich geschmückte Warmblut-, Zwei-, Vier- oder Sechsspänner, sowie herrlich herausgeputzte Friesengespanne und immer wieder sehr beeindruckende Kaltblutgespanne. Zahlreiche Kutscher und Reiter, die dem Verein seit vielen Jahren die Treue halten und somit immer wieder ihren Beitrag zu einem besonderen Tag leisten.
Seine musikalische Umrahmung erfährt der Lauinger Traditionsumritt durch das Mitwirken der Stadtkapelle Lauingen, dem Bürgerwehr-Spielmannszug Lauingen und der Fanfare-Brass-Band aus Lauingen.
Für die am Umritt  teilnehmenden Reiter und Gespanne ist ab 10.30 Uhr Aufstellung beim Auwaldstadion (Anfahrt über die Donaubrücke Richtung Weisingen). Nach dem Gottesdienst gegen 11.00 Uhr findet dann die Pferdebenediktion direkt bei der Leonhardikirche statt.
Anschließend führt der Umritt durch die Stadt, vorbei am Markplatz, hier findet wieder die Begrüßung der teilnehmenden Reiter und Gespanne statt. Auflösung des Umzugs ist am Auwaldstadion.
Nach der Versorgung der Pferde gibt es dann auf der nahegelegenen Reitanlage für alle Teilnehmer ein Mittagessen mit  Getränk  und zur Erinnerung wie in jedem Jahr eine Stallplakette.
Parkplätze sind vorhanden.
Die Anwohner der Umzugstrecke bitten wir, Ihre Häuser mit Fahnen zu schmücken, um diesem Tag den nötigen Rahmen zu verleihen.