Letzte Ruhe unter Bäumen

Lauingen eröffnet den ersten Naturfriedhof im Landkreis

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Mitten im Wald ruht die Asche Verstorbener in biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumen. Der neue Lauinger Naturfriedhof ist eine Alternative zum klassischen Friedhof, mitten in der Natur.

Östlich vom Lauinger Friedhof, in unmittelbarer Nähe zur Herrgottsruhkapelle ist der neue Lauinger Naturfriedhof zu finden. Auf der Waldfläche mit Laubbäumen wie Ahorn und Linde ist es ruhig, hier ist wirklich noch Natur. „Wir wollen in Lauingen eine Alternative zum klassischen Friedhof mit Gräbern und Grabsteinen bieten, denn der Bedarf ist da“, sagt Lauingens Bürgermeister Wolfgang Schenk. Ein Verstorbener hat auf dem im September eröffneten Naturfriedhof bereits seine letzte Ruhestätte gefunden.

Grabpflege durch die Natur
Grabpflege gibt es nicht auf dem Naturfriedhof, „ein wichtiger Aspekt, zusätzlich zur letzten Ruhe mitten in der Natur“, so Schenk. Die Grabpflege übernimmt die Natur. Grabschmuck, Kerzen und Grabsteine passen nicht in die natürliche Waldumgebung. Stattdessen schmücken Bäume und Moos, Farn, buntes Laub und Schnee, je nach Jahreszeit, den Ort des Erinnerns.

Gemeinschaftsbäume und Bäume für Familie und Freunde
Der Lauinger Naturfriedhof unterscheidet zwischen Gemeinschaftsbäumen und Familien- und Freundschaftsbäumen. Einzelne Grabstätten gibt es unter Gemeinschaftsbäumen, das Nutzungsrecht läuft 15 Jahre. Alternativ besteht die Möglichkeit, einen Familien- und Freundschaftsbaum zu erwerben, mit bis zu fünf oder mit bis zu zehn Ruhestätten. Hier läuft das Nutzungsrecht für mehrere Generationen bis zu 99 Jahre, die Grabesruhe nach der letzten Beisetzung beträgt 15 Jahre.
Jeder Baum wird künftig mit einer Nummer gekennzeichnet und im Register der Stadt Lauingen eingetragen. Auf Wunsch wird ein kleines Schild mit dem Namen des Verstorbenen am Baum angebracht. Da es sich um einen Naturfriedhof handelt, sind nur Urnenbegräbnisse mit ökologisch abbaubarer Urne möglich.