Modellprojekte in der Höchstädter Berufsschule

Projekte machen Asylbewerber fit für den Arbeitsmarkt

 

Zum Abschluss der Woche der Ausbildung haben sich Verantwortliche aus Behörden und Wirtschaft in der Berufsschule Höchstädt zu einem Informationsmeeting getroffen.Bei dem Besuch eines Deutschunterrichts für junge Asylanten und einem besonderen Kochkurs wurden anschließend diverse Themen aus dem Bereich Ausbildung besprochen. Schuldirektor Dr. Helmut Nebel hielt einen ausführlichen Vortrag, in dem er den Modell-Charakter der Höchstädter Schule vorstellte. Hier lernen die Asylbewerber auch Deutsch, europäische Werte und Traditionen kennen, die sehr wichtig sind für ein harmonisches Miteinander. Über 100 Asylbewerber, verteilt auf 7 Klassen, stellen für diese 23 Lehrkräfte eine ordentliche Herausforderung dar. Neben dem klassischen Unterricht sind zwei neue Projekte dazu gekommen, die es ermöglichen, auch Jugendlichen mit wenig Schulbildung oder Ausbildung eine berufliche Perspektive zu bekommen. Der Lehrer Konrad Lindner ist derweil zum Fachmann in Sachen Asyl geworden und weit über die Landkreisgrenzen hinaus ein gefragter Mann. Außerdem können Asylbewerber auch in die Berufswelt hinein schnuppern oder ihr handwerkliches Geschick in der eigens eingerichteten Fahrradwerkstatt unter Beweis stellen. Es gibt also viele Ansätze, um junge Asylbewerber zu integrieren, aber was in der Abschluss- Diskussion immer wieder angesprochen wurde, sind die vielen bürokratischen Hürden. Ein undurchschaubarer Dschungel teils, der es allen Beteiligten unnötig schwer macht, bei allem guten Willen. Die ideale Vorstellung, dass auch Jugendliche mit fraglichem Aufenthaltsrecht, weil das Heimatland (wie Afghanistan) plötzlich zum sicheren Herkunftsland erklärt wird, ihre 3 Jahre Lehre machen und danach 2 Jahre arbeiten dürfen. Was ich in Höchstädt gesehen und erlebt habe, sind Lehrkräfte, die sich der Asylanten angenommen haben und für viele von ihnen Familienersatz geworden sind. Das Miteinander endet nicht am Ende der Schulstunde und dafür gebührt ihnen alle Hochachtung. Aus den jungen Leuten wird etwas,, da können wir sicher sein. „Danke an die Betriebe, die die Schule immer wieder mit Sachspenden wie Computer, Laptops usw. unterstützen“, so Direktor Nebel.
Text: Skwara